Impressionen Tonga
13 12 2011






Kategorien : Tonga
Palangi heisst soviel wie Auslaender auf Tonga-Sprache! Aber wie ein Auslaender fuehle ich mich absoult nicht. Die Blicke moegen wohl manchmal sehr musternd sein, aber es ist nunmal nicht zu verheimlichen, dass ich weisse Haut habe und blaue Augen.
Das Leben wird mir hier einfach gemacht…wenn ich mich gehen lassen koennt, waer mein Lebensabend auf der Insel ‚Eua zugesichert. So habe ich doch diverse Angebote erhalten… Wie waere es mit Mitinhaberin eines Softeisgeschaeftes, oder einfach Instruktor in der ansaessigen Tauchschule werden? Zur Auswahl steht jedoch auch noch die voruebergehende Uebernahme von Taina’s Guesthouse waehrend sie ihren Sohn fuer drei Monate in Honolulu besucht…nanana… ich bevorzuge weiterzuziehen… so habe ich heute morgen die Faehre auf die Hauptinsel genommen…und freue mich auf die kommende Zeit in Neuseeland…
Bilder folgen…
Mitten in der Südsee eine Inselgruppe von ca. 170 Inseln ist der Ort wo die Datumsgrenze liegt und von Tag zu Tag als erstes der Morgen begrüsst wird. Zeit ist hier jedoch relativ und in der Tat scheint diese auch stehengeblieben zu sein.
Ich habe mich in Taina’s Place eingemietet…schöner grosser Garten mit kleinen Fales (Häuschen). Aufgenommen wird man wie ein Familienmitglied, der Einstieg in eine komplett andere Welt wird einem sehr einfach gemacht.
`Eua besteht aus einer langen „Hauptstrasse“ und diversen Nebenwege, die entweder in den Dschungel oder an die Klippen führen. Zwei-drei Einkaufsläden, diverse verschiedene Kirchen und immerhin ein Tauchshop…doch that’s it!
Willst du was besorgen, dann laufe…! Wenn du Glück hast, so wirst du per Anhalter mitgenommen. Dies ist normal hier, denn es gibt keine Busse oder Taxis oder ähnliches.
Eine 5stündige Rundwanderung durch den Busch führte uns zu diversen Look-out’s. Unbeschreibliche Panoramasicht über das Dickicht und die wilde Küste der Insel. So gewaltig, dass man es weder beschreiben noch bildlich festhalten kann.

Sonntags dann die Geburtstagsfeier der Oma am Strand um die Ecke… nettes Plätzen zum Verweilen, nicht wahr? Geschlachtet wurde ein ganzes Schwein, dazu gab es Süsskartoffel und Wassermelonen. Die Innereien wurden ins Meer geworfen, woran sie die kleinen Riffhaie erfreuten.

Nach 2,5 Stunden Flug ab Auckland bin ich in Tonga gelandet. Scheint wohl nicht gerade touristische Hochsaison zu sein, denn ich war die einzig „Weisse“ an Board, am Flughafen und auch auf der Fähre!
Mit dem Taxi zur Fährstation, erstmals so richtig abgezockt geworden und wahrscheinlich das Dreifache für die Fahrt bezahlt, was solls! Fährstation..hmmm…wohl eher übertrieben ausgedrückt. Mehr ein müllbeladener Steg mit einem kleinen Kutter, der eifrig beladen wurde…“this is the ferry“ hat mein Taxifahrer gesagt und ist wieder abgefahren. Ok…was nun? Muss wohl sehr hilflos ausgeschaut haben, denn paar Sekunden später hat mich Nancy und ihre Grosstante in Obhut genommen, alles gezeigt und erklärt.
Ticket gekauft, Wasser gekauft und erst mal warten…denn Zeit ist hier relativ. Auf Los geht’s los, und alsbald man in die Fähre einstiegen durfte, stürmten alle Passagiere aufs Boot, ich mittendrin mit meinem schweren Rucksack durch die Gegend gezogen von meinen zwei Beschützerinnen.
Drinnen irgendwo zwischen hunderten anderen Mitreisenden hingesetzt geworden, Rucksack deponiert und dann ging los. Es vergingen keine 10min und alle Passagiere waren entweder am Erdnüsse mampfeln oder schlafen, ich hab mich ersterem angeschlossen.
Nach einer guten ¾-Stunde auf hoher See, nur vereinzelt ein paar kleine Inseln sichtbar, hat der Wellengang dermassen zugenommen, dass ich mir schon mal diverse Szenerie durch den Kopf hab gehen lassen und nach Rettungswesten Ausschau hielt…nur hab ich keine einzige gesehen!!
Die nächsten 1,5 Stunden waren nichts für schwache Gemüter, Weicheier oder Warmduscher… es war kostenloses Achterbahnfahren ohne Pause (Crazy-Mouse und Silverstar in einem). Es verging nur wenig Zeit und die ersten Passagiere hingen an der Rehling und übergaben sich, die Grosstante neben mir hat angefangen zu beten (Ave Maria…Jesus Christ…Please…), die stets vorlauten Männer haben keinen Ton mehr von sich gegeben.
Ich sah die Wellen immer wieder auf das Boot zukommen und fragte mich, wie es die nur packen soll. Von links, von rechts, von vorn haben sich die Wellen gebrochen. Wasser schoss durch die Einstiegsstellen in die Fähre rein, keine Füsse blieben trocken. Haha…ich mittendrin und (obwohl ich selten Respekt/Angst vor irgendwas habe) hoffte einfach, dass es keinen Schiffbruch gibt, denn wäre die Fähre gekippt, hätte es eine riesen Katastrophe gegeben!!
Nach 2.5 Stunden war die Insel `Eua sichtbar und kurz später endlich wieder Land unter den Füssen!!

