Junglecamp im Corcovado Nationalpark

8 05 2012

Eine etwas längere Geschichte…

Die Hauptdarsteller (vlnr):

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Alejandro, Carlos, Fran, drei freundliche und charaktervolle Spanier auf Mittelamerikareise, unser Führer Luis Alberto und wir zwei natürlich.

Aber zuerst mal die Einleitung:
Sabrina und ich sitzen im Bus Richtung Puerto Jimenez und werden von einem Spanier angesprochen. Alejandro fragt uns, ob wir auch Richtung des Corcovado Nationalpark gehen und Interesse an einer Trekkingtour hätten. So könnte man sich doch zusammenschliessen und einen Führer teilen. Ja warum nicht? Drei Chicos und wir zwei im Dschungel… das wird bestimmt grandios.

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In Puerto Jimenez nehmen wir ein Hostel und die Organisation des Trips beginnt. Bald schon stellt sich heraus, dass das gar keine so einfache Angelegenheit ist, v.a. wenn man kein Spanisch kann. Wir überlassen das Reden den Kerlen und ganze geschlagene drei Stunden später, nach etlichen Kalkulationen und Abwägungen, steht ein Plan. Wir gehen schlafen voller Vorfreude auf den Dschungeltrip.

Tag 1:

Der Sonntag beginnt mit Kaffee, Essen für drei Tage Wildnis einkaufen und Erlaubnis für den Nationalpark einholen. Letzteres zieht an den Nerven, denn am Sonntag geht in der Regel nicht viel und wir müssen von Office zu Office hetzten um alle nötigen Dokumente zusammen zu kriegen!
Um 13.00 h geht es auf den Collectivo, den Bus, der uns innert 2.5 Stunden in die Nähe des Nationalparkes fährt. Bus ist übertrieben…eher Viehtransporter für Wandervögel. Holprige Sache Verwirrtes Smiley

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In Carate steht uns noch ein 3km Laufmarsch zum ersten Nachtcamp bevor. Diese Kilometer werden in einem rekordmässigen Tempo am Sandstrand entlang abgetrampelt, sind wir doch schon spät dran und die Flut naht.

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Mit hochroten Köpfen und dem hoffenden Gedanken, dass dies nicht das Durchschnittstempo unseres Guides war, kommen wir in La Leona an und beziehen unser Camp. (I sag numme: back to the roots). Die Jungs übernehmen das Kochen. Kohlenhydrate her, denn morgen steht uns ein 19km Marsch nach Siena bevor. Pasta mit Thon aus der Büchse und Tomatensauce. So gefühlt gut hat es schon lange nicht mehr geschmeckt! Wir sitzen da und reden einen Mix aus Schwizerdütsch, Spanisch und Englisch…um 20h gehts ins Bett…Zähneputzen…Lichter werden nicht gelöscht, denn es hat sowieso keinen Strom.

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Obwohl die Umgebung gewöhnungsbedürftig ist und wir unserem Zelt auf Stelzen nicht wirklich trauen, ob es Krabbel-, rsp. Schleichtierfrei ist, schlafen wir erschöpft schnell ein. Mitten in der Nacht, Sabrina muss aufs Klo, öffnet den Reissverschluss des Zeltes und wird fast vom Schlag getroffen. Der dicke Hund des Besitzers hat es sich auf der Veranda bequem gemacht und erscheint im Licht des Vollmondes mit seinem gelbgoldnen Fell wie ein Jaguar. Der Schreck sitzt, lässt aber wieder nach und wir schlafen weiter. Kurz später, ich träume grad von Zahlen und Berechnungen, kibbelts da an meiner linken Schläfe. Reflexartig knalle ich dieses Etwas weg von meinem Kopf und spüre es auf unsere Decke fliegen. Mit einem Ruck ist auch die Decke weg und Sabrina wach, wir sehen Bewegungen und lüften das Geheimnis…naja…ich hatte ja schon wohl mal ein krebsrotes Gesicht, aber bestimmt noch nie einen Krebs im Gesicht! Enttäuschtes Smiley
Das Geschrei ist nicht gross…wohl finden wir es beide sehr igitt, aber bewahren Ruhe und ich mache in aller Ruhe erst mal ein Foto. Dann wird der hübsche Kerl mit den FlipFlops rausbüxiert…durch das riesen Loch durch welches er gekommen ist! Notdürftig verschliessen wir das Loch und finden kaum noch Schlaf.

Tag 2:

Die grosse Wanderung steht uns bevor. Tagwach 4.30h, Loslaufen um 5.00h. Morgenstimmung…Hammer…!!!

Wir laufen am Strand entlang, über Trampelpfade im Regenwald, durch Büsche und Dickicht, barfuss durch kleine Flüsschen… hie und da anhalten, in die Büsche schauen oder hoch in die Baumkrone…was sich da alles verstecken kann, ist ja unglaublich…

…und die vielfältige Natur ist einfach atemraubend!!!

Plötzlich ist er da, der magische Moment des Flussüberquerens!! Luis rät uns die Schuhe auszuziehen und evtl. sogar die Hosen…wir fragen, ob es Krokodile im Wasser hat?! Er meint ganz ruhig…nein, in diesem Fluss hat es keine Krokodile! Dennoch ist weder mir noch Sabrina bei dieser Tatsache wohl und wir können die Jungs überzeugen, den Fluss weiter nördlich, in Strandrichtung zu passieren, denn dort ist das Wasser noch sehr seicht!!

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und als ob wir es geahnt hätten…nach dem Überqueren des Flusses, tauchen auch schon im tieferen Teil zwei kleine hungrige Augen aus dem gar nicht so klaren Wasser auf…der Guide hat Recht…es ist kein Krokodil, aber ein Cayman…weit gefährlicher und angriffslustiger!! Erstauntes Smiley

Der Weg geht weiter…und so einiges bekommen wir vor Augen, sogar ein Tapir!!!

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Dennoch…die Freude über die Ankunft in der Lodge wird immer grösser…ich kann es kaum erwarten endlich eine Pause einzulegen und die Frischluft meinen Füssen bekannt zu machen. 19km sind wir marschiert, 7 Stunden haben wir gebraucht! Endlich…die Lodge ist in der Ferne sichtbar!!

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Die Verschnaufpause ist aber nur klein…wir wollen heute ja noch die Umgebung abklappern und uns auf die Suche nach einem Faultier begeben…!! Also…die Füsse wieder rein in die nassen Socken und schmutzigen Wanderschuhe und ab in den Wald. Wir treffen auf viele verschiedene Affen und auf ein badendes Tapir, aber auf kein Faultier…dies wird wohl noch schlafen!

Abends wird erstmals die Dusche zelebriert!! Halleluja Party-Smiley und dann sind die Jungs wieder an der Reihe. Kohlenhydrate her… Reis mit Tomatensauce und Thon aus der Büchse! Erschöpft geht es um 19h ins Bett, nicht mal ein Kartenspiel in geselliger Runde liegt noch drin!!

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Tag 3:

Tagwach um 5.00h, Abmarsch um 5.45h…wir wollen in den Wald und Tiere sehen. Von einer Horde Aras werden wir bereits lauthals begrüsst…sie kreisen ihre Runden am Himmel, es ist ein gewaltiges Schauspiel!

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Ab in den Wald…Rundwege à 3 Stunden stehen uns bevor…wir sind den ganzen Tag beschäftigt und laufen, laufen, laufen…gucken, schauen und beobachten…

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Sogar der Osterhase war im Regenwald und hat da seine Eier vesteckt!!

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Das Beste kommt wohl bekanntlich zuletzt!! Ganze zwei Tage haben wir in den Wipfeln der Bäume ein Faultier gesucht und nie gefunden…auf dem Weg zurück ins Camp, hat es unseren Weg gekreuzt. Langsam…aber ganz langsam klettert das graupelzige dreifingrige Faultier den Ast herunter um den nächsten wieder hochzuklettern…das ist ein Leben…

Zur Feier des Tages kochen die Jungs…es gibt Pasta mit Tomatensauce und Thon aus der Büchse!!! Yummy…man lernt das Essen wieder schätzen!! Smiley mit geöffnetem Mund und da es unser Abschiedsessen ist, kriegt jeder noch eine halbe Avocacdo und einen Löffel Nutella zum Dessert!

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Ja, Abschiedsessen…denn Sabrina und ich werden 22km nicht zurücklaufen, sondern nehmen Plan B zur Anwendung . Wir haben eine Botschaft vermittelt: Hilfe…wir sind zwar keine Stars, aber holt uns hier raus…!

Tag 4:

Tagwach um 5h, die Jungs machen sich zum Abmarsch bereit. Kleine Zeremonie des Adressenaustausches und noch ein Erinnerungsbild…dann winke winke…schön wars, echt!!! Weinendes Smiley

Um 10h kommt unser Privatjet…bye bye Dschungel, bye bye Kuscheltiere…es war wunder…wunderschön!!!

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3 Antworten zu “Junglecamp im Corcovado Nationalpark”

  • Brinzeska sagt:

    Es isch oberhammermässig gsi. Nid z unterschâtze isch dr Fluss. Wäre mir 1 Stund spöter cho, hättis wirglich kheise sig sag sug, wer nimmt wer uf dr Rugge. Denn s Wasser bi anderne bis zum Hals gstande. E Krebs im Gsicht und e Jaguar uf dr Veranda das isch glaub mi schock vom läbe gsi. Es sind unvergässlichi Momänt, sig das: mit em colectivo nach Carate oder mit eme sau Schritt 3 km im Strand entlag, Pasta mit Thon , Arrozz mit Thon und wieder Pasta mit Thon. Mmmmhhh dr Flug isch denn no s Düpfli gsi.

  • Liliane sagt:

    Na Sabrina – Du weisst schon; I do not like!!!!
    Da wird man schon ein wenig neidisch, obwohl bei uns wenigstens schon mal das tropische Wetter mit 28 Grad dasselbe ist. Und machmal entdecke ich auch ganz exotische Gestalten bei der Arbeit 🙂
    Viel Spass Ihr Beiden! Bleibt anständig… so ein bisschen zumindest 🙂

  • Moni Scherrer sagt:

    Das isch ja echt hammer und ich vermisse s’reise sooo fest……

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