Weiter geht es nach Tambor
17 04 2012Zeit um weiterzuziehen…ab in den Bus und ins nächste Kaff. Ich sitze da mit diversen anderen Menschen, die Stimmung ist gemütlich. Aus der Lautsprecheranlage singen Air Supply: Making Loooo’ooove out of nothing at all!! Herrlich…ich flüstere mit und schaue durch das verstaubte Fenster nach draussen. Pffffff…Peng…ui…hört sich nach plattem Reifen an, doch der Busfahrer brettert eifrig weiter. Beim nächsten Halt wird heftig diskutiert…alle müssen aussteigen und ihre Sachen packen…aha, also doch Reifenpanne. Auf die Schnelle wird der Schulbus umfunktioniert. Alle wieder rein, schön Platz nehmen und erstmals ab zur nächsten Tankstelle volltanken.
Ich sitze neben einer jungen Mutter. Sie schaukelt ihr gut-ernährtes Kind frisch fröhlich auf ihrer Beinen herum. Kaum macht der kleine Stinker einen Mucks wird der Schoppen mit Milch in den Kinderhals gesteckt. Die hat aber ein hungriges Bebe denke ich mir und schaue dem kleinen Knopf zu, wie es gierig die weisse Brühe aus der Flasche saugt. Kaum ist der Einwegschoppen leergepumpt, schmeisst ihn die Mutter aus dem Fenster des fahrenden Busses…aha, soviel zu Umweltfreundlichkeit!! Bebe wird nun artig über die Schulter gelegt und bisschen geklopft…ein Bäuerchen wird erwartet, aber bitte nicht auf meinen Schoss. Nein, kein Bäuerchen, aber einen Haufen in die satte Windel…Juheee…stinkt ja wohl gar nicht!!!
Artig hält der Busfahrer an der Station, welche ich ihm beim Einsteigen auf meinem improvisierten Spanisch angegeben habe. Ich packe meine zwei Rucksäcke und laufe zur Tauchbasis. Mit Carlos, dem Schweizer Inhaber und Tauchinstruktor, hatte ich vorneweg schon telefonischen Kontakt. Er versprach mir eine Unterkunft zu besorgen. Statt Carlos treffe ich Milton an, welcher sich anbietet mich zu meiner Cabina zu fahren…ok, gerne!! Aha…aber mit dem Motorrad?? Hier alles kein Problem. So steige ich mit meinen 18kg auf dem Rücken und den 4Kg auf der Brust hinten auf den Soziussitz, klammere mich um die Taille von Milton und hoffe einfach, dass er kein Vollgas gibt sodass ich nicht gleich rückwärts wieder runterpurzle…So fahren wir gut 7 Minuten Hügel hoch und Hügel runter. Meine Muskel versuchen die Gewichtsverlagerung stets auszubalancieren…es klappt fantastisch!
Im Garten von meiner Unterkunft werde ich zuerst mal von einer Horde wilder Brüllaffen lauthals begrüsst. Ja, hier bleib ich mal für ein paar Nächte und hoffe, dass ein Tauchgang zur Isla Tortuga stattfinden wird.
Der Tauchtag ist auf Donnerstag angesetzt, so hab ich den ganzen Dienstag Zeit mir die Umgebung und das naheliegende Wildtierreservat anzuschauen…Dienstag früh geht der Morgenbus um 6.00h. Ich signalisiere dem Fahrer, er soll am Curu Refujero anhalten und mich rauslassen…si, si…kein Problem. Und wer ist es, der weiterfährt und Katja nicht rauslässt, der Buschaffeur. Super, Endstation!! Ich ärgere mich ein wenig, was nun? Auf den nächsten Bus zurück warten? wann kommt denn der? Laufen? Ich fange an zu laufen…Schritt um Schritt, etwa 6km stehen mir bevor. Nach gut einem Kilometer vage ich mal einen Blick zurück…ahhhh…ein Bus kommt. Ich signalisiere dem anzuhalten…doch der Chaffeur verlangsamt zwar seine Fahrt, macht aber keine Anstalten anzuhalten!! Hallo?! Grrr….haben sich alle gegen mich verschworen?? Jetzt bin ich extra so früh aufgestanden um die erste im Reservat zu sein um viele wilde Tiere zu sehen und jetzt, werd ich wahrscheinlich erst gar nicht dort ankommen!!! Ich dappe weiter…und plötzlich hält ein Auto mit Anhänger…was will nun der von mir, denk ich mir so und möchte schon vorbeilaufen. Dann wird die Scheibe runtergekurbelt und Milton steckt seinen Kopf heraus…natürlich nimmt er mich mit und setzt mich vor dem Eingang des Reservates ab!! Juhee…
Im Reservat streune ich umher, versuch Affen, Insekten und sonstige wilde Tiere vor meine Linse zu bekommen!! Und plötzlich kommt ein junger Typ um die Ecke…er spricht mich an und frägt, ob er mir paar Sachen zeigen darf. Ich bin meist nicht so offen, wenn Typen mich ansprechen, aber ich will ja auch kein Spielverderber sein! So lasse ich mich von Juan (er ist übrigens ein Angestellter des Reservates) herumführen und zwar in diese Ecken des Parkes, welche für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. So treffe ich auf zwei Krokodile, einem komischen Tier wessen Name ich vergessen habe, auf viele Affen und Vögel.
Mit seinem Quad fahren wir noch durch wilde Wege, über hängende Brücken und vorbei an wildbewachsenen Seitenpfade…es macht mir grossen Spass bis zu dem Zeitpunkt als Juan mir tief in die Augen schaut, mir das Blau vom Himmel erzählt und meint, dass er sich unsterblich in mich verliebt hat! Ja super…auch die Masche…”ich bin vergeben und mein Freund wartet”…zieht nicht, er lässt nicht locker und möchte mir unvergessliche Momente bereiten!! Und dann beginnt die anstrengendste Phase meines Tages…den Typen abwimmeln!!
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