Zuhause bei Gunther
8 04 2012Der Transport hat geklappt…ich fahre bis nach Liberia, wo ich mir für zwei Tage in ein Hostel einquartieren wollte. Doch der Blick ins Zimmer, wie auch in mein Gemüt lässt mich unwohl fühlen. So gebe ich den Schlüssel postwendend zurück, verabschiede mich freundlich und nehme den nächsten Bus an den Strand! Playa del coco!! Das war ein Bauchgefühl und die beste Entscheidung überhaupt…
In Playa del coco ist über die Ostertage der Teufel los. “Ganz” Costa Rica versammelt sich an dem drei Kilometer langen Sandstrand um ein bisschen Party zu machen. Ich suche mir meine Unterkunft bewusst aus…ein wenig ausserhalb der Ortschaft im netten Casa Talamanca von Gunther aus Bockheim. Dort beziehe ich mein Einzelzimmer, gehe gleich mal die Strandlage abchecken und buche paar Tauchgänge. Ja…so…genau so, fühle ich mich wohl!!
Tag drauf Karfreitag geht es ab aufs Tauchboot. Der Blick ins Meer lässt mich schon erahnen, dass die Sicht wohl eher schlecht als recht sein wird…und in der Tat…”dank” der roten Strömung, die alle Jahre mal an Costa Rica’s Pazifikküste vorbei zieht, ist die Sicht unter Wasser auf 1-3m beschränkt!! (also, die Fotos sind nur so gelb wegen der schlechten Sicht…Kamera nix kaputt)
Ja…trotz reduzierter Sehfähigkeit, sehe ich doch einiges, was mein Herz höher schlagen lässt. Der erste Tauchgang war vollgepumpt mit Haifischen, Schildkröten, tausende von Kugelfischen, Oktopussen und ganz zu meiner Freude: Seepferdchen!! ![]()
Tauchtag zwei lässt auf Mantas hoffen. Wir fahren mit dem Boot gut eine Stunde zu kleinen Inselchen im Pazifik…dort herrscht stets kühleres Wasser und eine rege Strömung. Perfekt für Mantas…und zur Frühlingszeit ist auch bei den Tierchen die Brunft angesagt… so sehen wir schon von Weitem, wie die Mantas frisch-fröhlich sich im Meer tollen und mit überwasser Pirouetten die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechtes erhaschen…das war ein Schauspiel vom Feinsten!!
Schnell in die Tauchausrüstung und ab ins Wasser….aber keine Mantas! Die Sicht ist auch auf 10m beschränkt!!
Zuerst mal den abtauchen, sich durch eine Lage Quallen quälen und den Grund nach kleinem Getier absuchen. Und plötzlich…oben am “Himmelszelt” des Meeresspiegels ziehen die Teufelsrochen ihre Kreise…zu hundert schwimmen sie an einem vorüber…es ist ein magischer Moment…aufpassen, damit einem nicht der Atem stehen bleibt. Vereinzelte Mantas kommen auch in unsere Nähe…sie schauen und ziehen ihre Bahnen. Wow….!!
Wieder am Lande habe ich in der Casa Talamanca Anschluss gefunden. Es ist nebst mir eine tikanische Familie abgestiegen. Die Frau, Katja, ist Masseurin…und als sich rausstellte, dass ich dies auch mal gelernt hab, möchte sie mir gerne zeigen, was sie so drauf hat und ehrlich…Hammer…über 1,5 Stunden werde ich von Zehenspitze bis Haarwurzel, über Beine, Rücken, Arme, Gesicht massiert…. mit verschiedenen Ölen und Aromen…zum Abschluss noch ein Chlorophyl-Wässerchen zum reinigen und stärken!! Mein spanisch reicht wieder mal nicht aus um der lieben Frau mitzuteilen, wie super toll sie das gemacht hat….aber man versteht sich irgendwie auch ohne Worte!! Es war echt der Hit…!! Und da es für alle der letzte Abend ist, werden spontan noch ein paar Würstchen auf den Grill geschmissen und mit paar Bierchen und netten Geschichten, kleinen nostalgischen Trompetenklängen den Abend fein abgerundet.
Kennt ihr Heinz Erhardt?! – Gunter könnte sein kleiner Bruder sein…es war sowas von witzig und toll!! Danke…