Die Sandfliegenplage!

3 02 2012

Als der Gott Tu-to-Rakiwhanoa die groben Furchen der Fjorde mit seiner Axt in das Festland von Neuseelands Südinsel schlug, hat er ein Meisterwerk erschaffen. Darüber waren sich die Götter einig. Doch kein Kunstwerk existiert ohne Neid und Missgunst, so war auch die Göttin Te-Hine-nui-to-po (Göttin des Todes) nicht gerade glücklich als sie das vollendete Kunstwerk sah. Sie befürchtete nämlich, dass diese wundervolle Schönheit der Fjorde zu viele Menschen für immer in diesen Landabschnitt ziehen würde. Um die Menschen ihre Sterblichkeit nicht vergessen zu lassen, liess sie die Sandfliegen frei. Zweifellos haben die kleinen teuflischen Plagegeister den gewünschten Effekt erzielt…

Mit dem Auto geht es von Te Anau entlang der Milford Road zum Milford Sound. Gemäss Reiseführer dauert die Fahrt gut 2.5 Stunden, doch mit all den Fotostopps und Pausen um Sehenswertes zu erforschen, kann man die Fahrt gut zu einem Tagesausflug erweitern. Wir haben uns dazu entschieden, gleich ein paar Tage entlang der Milford Road zu verbringen und alles ausgiebig auszukundschaften!

Te Anau: Wetter schlecht. Wolken und leichter Regen! Wir ziehen trotzdem los, die Wettervorhersage klingt vielversprechend!

IMG_5628

Der erste Stopp am Mirrow Lake. Der “Spiegelsee” nennt sich so, weil sich die Bergkette darin spiegelt und man gleichzeitig auf den Grund des Sees schauen kann. Bei weniger schönem Wetter zeichnet sich die Bergwelt nur spärlich darin ab…aber trotzdem ein Kamera wert:

Unsere Reise endet nachmittags am nördlichsten Campingplatz vor dem Milford Sound. Die Sonne scheint, die Wettervorhersage hält was sie verspricht. Die Campingplätze sind einfach…kleine Plumsklos und nette Nischen um das Auto oder Zelt zu platzieren. Voller Elan holen wir unsere Campingstühle raus, die Sonnencrème, das Buch…

IMG_5705

…und dann schnell festzustellen, dass die friedliche Stimmung zäh und brennend, später juckend und schwulstig getrübt wird!! Sandfliegen!!! Teufel Sandfliegen an den Beinen, Sandfliegen an den Armen, Sandfliegen auf dem T-shirt und an den Füssen! Die glorreiche Idee Insektenspray (von uns liebevoll Indusriekeule genannt, weil soviel Chemie drin) zu benutzen scheitert…die zähen Beisserchen sind resistent! Da hilft nur die Flucht ins Auto…doch dort kommt es einer Sauna nahe…ab in den Wald, das ist die rettende Lösung!!

IMG_5739IMG_5724

Der Wald ist mystisch und angenehm kühl. Sogar der kleine Robin (so heisst der süsse Vogel) leistet uns Gesellschaft. Doch leider können wir nicht ewig im Wald bleiben und opfern uns gezwungenermassen den Sandfliegen. Schnell was kochen und ab ins Auto (komischerweise verbringen alle Nachbarcamper den schönen Abend im Auto…?!Vor Wut kochen). Mit geschlossenen Fenstern und muffiger Luft wird geschlafen…immerhin habe ich diese Nacht mal nicht gefroren!!

Neuer Tag, schlechteres Wetter!! Wir vervollständigen die Fahrt zum Milford Sound nach einer Nacht des Kratzens!! Diese Bisse brennen nicht nur sondern jucken grauenhaft!! Rote Pusteln sind das Resultat…aber zum Glück nur an den Beinen! Immerhin haben wir herausgefunden, dass diese Biester Wärme nicht ertragen…sie gehen kläglich ein….chchchch!!! Verspotten

Die nächsten Stopps werden an Wasserfällen und Seen gemacht. Die zu erreichen beinhaltet jeweils einen kleinen Spaziergang durch den Wald, wo es vieles Schönes zu sehen gibt…

IMG_5856DSC03117

Wir durchfahren einen der einzigen Tunnels Neuseelands und gelangen paar Kilometer später an den Milford Sound, dort wo die eindrucksvollen Fjorde eine der wunderbarsten Landschaften der Südinsel darstellen SOLLEN! Naja…heute braucht man dafür sehr viel Phantasie… Weinendes Smiley

Um euch die Originalität dieser Region bildlich dazustellen, hier ein Vergleich: Bild 1) made by Katja, Bild 2) irgendwo aus dem Internet:

MilfordSound460

Auf dem Rückweg überlegen wir uns, ob wir noch eine Nacht mit den Sandfliegen in Kauf nehmen und evtl. am morgigen Tag das vielleicht schöne Wetter für eine alpine Wanderung nutzen. Die Ratlosigkeit und das Abschätzen ob das Sandfliegenübel die Wahrscheinlichkeit von Sonnenstrahlen wirklich wett macht, wird schlussendlich von unserem Ömchen entschieden. Nach stetigem bergauf fahren hat das Auto nicht nur angefangen zu stinken, sondern es entwickelte sich Rauch unter der Kühlerhaube! Help…!! Kleine Pause…weiterfahren und hoffen, dass die gute Omma nicht im aufwärtsgehenden und jeweils zeitweise einspuriggeführten Tunnel abverreckt!! (…und ich am Steuer…na Bravo!!).

Aber die Oma ist eine von uns und lässt uns nicht im Stich. Wir entscheiden uns nichtsdestotrotz den Weg ins Tal hinter uns zu bringen und die erst beste Werkstatt anzupeilen. Die Talfahrt wird durch mehrere Stopps unterbrochen, wir wollen das Auto jetzt nicht überstrapazieren. Nicht nur wir ziehen dank unserer qualmenden Motorenhaube die Blicke auf uns, nein auch ein kleiner Bergpapagei hat es drauf. Schnell den Apparat ziehen und von dem frechen Kea ein Bild knipsen!

In der Werkstatt kann der Typ uns nichts genaueres sagen, füttert aber die Oma mit leckerem Quality-Motorenöl…wir hoffen es liegt wirklich nur am Öl…! Ahnungsloses Smiley



An der Catlincoast ist es fast wie im Zoo

1 02 2012

Der Weg entlang der Ostküste der Südinsel hat uns an die Catlincoast gebracht. Eine Küste mit einem sehenswerten Highlight nach dem anderen… Smiley mit geöffnetem Mund

Drei Tage verbringen wir dort, leben in der Abgeschiedenheit und Ruhe. Strand zum baden, Sonne zum tanken, Natur zum geniessen…perfekt

Am Shag Point gibt es wieder einmal Robben und Seebären zu sehen, die genüsslich das Sonnenbad geniessen und faul den Pelz räkeln. Die machen’s richtig!!! Verliebt

IMG_5449IMG_5461

Zudem gibt es Schwärme von Albatrossen und Seemöwen die die luftigen Windböen zum segeln ausnützen oder wie versteinert auf den Felsen kauern.

DSC03064

Am Nuggetpoint gibt es die Chance Pinguine zu sehen und dies in freier Wildbahn. Wie bereits letztes Mal beschrieben, verlassen die Elternpinguine ihren Schlafplatz frühmorgens und verbringen den Tag im Meer, bis sie gegen späten Nachmittag wieder rauswatscheln und in ihr gemachtes Nest steigen. Mit viel Glück kann man diese kleinen Viecher dabei beobachten. Wir nutzen die Chance, steigen bei eisiger Sommerkälte (15°) und Windböen aus dem Auto und machen uns auf den Weg in die Bucht…und warten…und warten…und….ahhh….

Das nächste Highlight steht um die Ecke. Wir laufen zum Leuchtturm hoch und kommen rechtzeitig in den Genuss des Sonnenunterganges. Kitschig…aber immer wieder schön! Prinzessin

IMG_5492IMG_4565IMG_5515

Weiter südlich in Purakaunui gibt es einen der schönsten Wasserfälle Neuseelands. Wir sind natürlich auch am Start, frühmorgens und mit Fotokasten Kamera.

IMG_5559IMG_5555

Den restlichen Tag verbringen wir am Sandstrand der Pourpoise Bay…endlich ist es mal windstill…fein fein fein

IMG_5572IMG_5589

Neben Robben die über den Strand huschen, gibt es in dieser Bucht auch den seltenen Hektordelfin, den kleinsten Delfin der Welt. Eigentlich wäre er sehr fotogen, doch ist er auch scheu und flink. Hab alles gegeben, doch mehr als die Flossen hat er nicht zeigen wollen!

Die Tage an der Catlinbucht waren wie eine kleine Safari durch ein Freiluftaquarium. Neuseeland hat also neben Millionen von Schafen und paar Kiwi’s auch noch andere Tierchen zu bieten.

Bye the way…so schläft es sich gut…Müdes SmileySchlafender HalbmondStern